Emilyn

Dein Leitfaden zu Vitamin D und MS

Vitamin D ist ein heißes Thema in der MS Community. Es spielt eine wichtige Rolle für unser Immunsystem und es wird derzeit erforscht, wie der Zusammenhang mit MS ist.

In diesem Artikel erklärt unser MS Experte Dr. Schumacher alles über Vitamin D und wie du herausfinden kannst, ob du es supplementieren solltest.

Eine Einführung in Vitamin D

Was ist Vitamin D?

Vitamin D und seine positiven Auswirkungen auf die Gesundheit sind in den letzten Jahren ein viel diskutiertes Thema geworden. Es ist ein chemischer Botenstoff, der für viele wichtige Körperfunktionen unerlässlich ist.

Der Körper braucht Vitamin D für viele verschiedene Funktionen, darunter:

  • Knochenwachstum
  • Neuromuskuläre Funktion
  • Immunsystem

Woher kommt das Vitamin D?

Unser Körper kann etwa 90% seines Vitamin-D-Bedarfs selbst produzieren. Den Rest erhalten wir durch den Verzehr von Lebensmitteln, die Vitamin D enthalten.

Zu den Lebensmitteln mit hohem Vitamin D-Gehalt gehören:

  • Fetter Fisch, z. B. Lachs, Makrele, Hering
  • Angereicherte Milchprodukte
  • Eigelb
  • Einige Pilze z.B. Pfifferlinge

Wenn wir UV-B-Strahlen ausgesetzt sind, findet in unserer Haut eine wichtige chemische Reaktion statt: Hierbe wird ein Vorläufermolekül in Vitamin D umgewandelt, das dann in der Leber in eine aktive Form überführt wird. Diese kann unser Körper dann nutzen.

Das Problem mit den Sonnentagen

Es scheint also ein ganz normaler Prozess zu sein. Es sei denn, du lebst in einer Klimazone, in der es nicht so viele Sonnentage gibt. Eine der Ursachen für Vitamin-D-Mangel ist der Mangel an Sonnenlicht. Man geht davon aus, dass an Orten über dem 40. Breitengrad, zu denen z. B. große Teile Nordamerikas und definitiv Mittel und Nordeuropa gehören, das Sonnenlicht in den Wintermonaten nicht ausreicht, um eine ausreichende Vitamin D Produktion zu gewährleisten. Aus diesem Grund müssen manche Menschen Vitamin D supplementieren.

Wann sollte ich Vitamin D supplementieren?

Eine Reihe von Krankheiten wird mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel in Verbindung gebracht. Dazu gehören Osteoporose, Herzkrankheiten, Diabetes, Krebs, aber auch Multiple Sklerose.

Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel wird einerseits mit einem erhöhten Risiko in Verbindung gebracht, an MS zu erkranken. Aber möglicherweise wirkt sich niedriges Vitamin D auch mit häufigen Schüben und einem höheren Grad an Behinderung bei Menschen mit bereits bestehender MS aus.

Wenn ich also MS habe, sollte ich Vitamin D supplementieren?

Es scheint also recht vernünftig zu sein, Vitamin D zu supplementieren, aber wie so oft bei MS ist die Antwort kein einfaches "Ja".

Zunächst solltest du prüfen, ob du einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel hast. Das macht ein Arzt mit einem Bluttest.

Wenn dann bestätigt wird, dass dein Vitamin-D-Spiegel unter einem Grenzwert liegt, ist die Anweisung klar: Du solltest nach Rücksprache mit deinem Arzt Vitamin D supplementieren.

Wenn du kannst, ist es gut, deinen Vitamin-D-Spiegel von Zeit zu Zeit testen zu lassen, besonders in den Wintermonaten.

Was bringt es, Vitamin D zu supplementieren, wenn mein Spiegel normal ist?

Wenn deine Werte normal sind, ist es nicht zwangsläufig notwendig, mehr Vitamin D einzunehmen.

Obwohl in der MS-Gemeinschaft viel darüber diskutiert wird, sind die Beweise für einen zusätzlichen Nutzen in Bezug auf die Rückfallquote und das Fortschreiten der Behinderung noch nicht eindeutig.

In der Vergangenheit wurden unschlüssige Studien durchgeführt, und es gibt noch weitere größere Studien zu diesem Thema. Solange wir keine eindeutigen Beweise haben, kann kein Experte einen klaren Rat geben, ob alle MS-Patienten Vitamin D einnehmen sollten.

Wenn du aber bereits Vitamin-D-Präparate einnimmst, ist das ziemlich sicher kein Problem. Du musst dich nur über die Risiken einer Überdosierung im Klaren sein (siehe unten).

Es gibt übrigens verschiedene Laborwerte, die als Schwellenwert für einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel gelten, wenn du im Internet suchst. Aber keine Sorge, dein Arzt wird wissen, welche Werte sein Labor verwendet.

Wie du Vitamin D supplementierst, wenn du es brauchst

Wenn du zu wenig Vitamin D hast gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie du deinem Körper mehr Vitamin D zuführen kannst

  1. Passe deine allgemeine Ernährung an.

Das ist gar nicht so einfach, denn nur wenige Lebensmittel enthalten einen höheren Gehalt an den Verbindungen, die für die Bildung von Vitamin D benötigt werden.

  1. Nimm Vitamin-D-Präparate

Diese gibt es in Form von Tabletten, Kapseln oder Tropfen. Die Dosis dieser Produkte kann sowohl in Mikrogramm (µg oder mcg) als auch in Internationalen Einheiten (IE bzw. Englisch IU) gemessen werden.

Wie du das richtige Präparat auswählst

Da es so viele Produkte auf dem Markt gibt, kann es schwierig sein, das richtige auszuwählen.

  • Achte auf Nahrungsergänzungsmittel, die als Vitamin D3 und nicht als Vitamin D2 gekennzeichnet sind.
  • Wenn du Produkte vergleichst, verwende Internationale Einheiten (IE), da sie am meisten standardisiert sind.
  • Eine typische Dosis für MS-Patienten mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel liegt bei 1000 - 2000 IE pro Tag.
  • Die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfohlene Höchstdosis liegt bei 4000 IE pro Tag.
  • Besprich das mit deinem Arzt und lasse deinen Vitamin-D-Spiegel testen.

Gibt es Risiken bei der Einnahme von Vitamin D?

Vitamin D ist ein sicheres Präparat, das man einnehmen kann, ohne Nebenwirkungen befürchten zu müssen, und es wird von fast allen Menschen gut vertragen.

Allerdings besteht in seltenen Fällen die Gefahr einer Überdosierung, die zu schweren Nebenwirkungen führen kann. Diese haben meist mit einer Überladung des Bluts mit Kalzium (Hyperkalzämie) zu tun, da eine wichtige Funktion von Vitamin D darin besteht, die Kalziumaufnahme im Darm zu erhöhen.

Wenn du sehr hohe Mengen (z.B. 10 000 IE täglich oder mehr) an Vitamin D zur Ergänzung einnimmst, raten Ärzte dir möglicherweise auch zu einer kalziumarmen Ernährung. In der Regel bedeutet das, weniger Milchprodukte zu essen, um zu verhindern, dass sich Kalzium im Körper anreichert. Vitamin-D-Toxizität und Hyperkalzämie können die Nieren schädigen, wenn sie unbehandelt bleiben.

Wenn du höhere Mengen an Vitamin D einnimmst (mehr als 4000 IE pro Tag), musst du sicherstellen, dass du deinen Vitamin- und Kalziumspiegel etwa alle 3 Monate überprüfen lässt. Übrigens kann man auch eine hohe Dosis einmal wöchentlich einnehmen, z.B. 20 000 IE.

Wie sieht es mit der Ultra-Hochdosis-Therapie (Coimbra-Protokoll) mit Vitamin D aus, sollte ich sie einnehmen?

Dr. Coimbra aus Brasilien hat sich intensiv mit den Mechanismen und der Wirksamkeit einer Ultrahochdosistherapie mit Vitamin D auf Patienten mit Autoimmunkrankheiten, darunter auch MS-Patienten, beschäftigt.

In vielen nicht-wissenschaftlichen Büchern und Blogs wird diese Therapie als hochwirksame, wegweisende Behandlung für MS beschrieben.

Wenn man sich die wissenschaftlichen Belege für diese Art von Therapie ansieht, gibt es bisher nicht viele Belege, die die versprochene Wirksamkeit unterstreichen.

Andererseits birgt eine hochdosierte Substitution auch Risiken (siehe oben). Experten empfehlen daher, mit dem Coimbra-Protokoll vorsichtig umzugehen, und raten dir auf jeden Fall, regelmäßig deinen Arzt aufzusuchen und deinen Vitamin-D- und Kalziumspiegel zu testen, wenn du dich für dieses Therapieprotokoll entschieden hast.  


Quellen und zusätzliches Lesematerial:

https://mstrust.org.uk/life-ms/diet/vitamin-d

https://nmsscdn.azureedge.net/NationalMSSociety/media/MSNationalFiles/Brochures/Brochure-Vitamins,-Minerals,-and-Herbs-in-MS_-An-Introduction.pdf

https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD008422.pub3/full

Länderspezifische Ratschläge


Wenn du Vitamin D supplementieren musst, kann Emilyn dir helfen, es effektiv einzunehmen. Richte jetzt eine Medikamentenerinnerung ein und vergiss nicht, alle Änderungen in deinen Notizen zu vermerken.