Emilyn

Was ist Multiple Sklerose?

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung, die dein Gehirn und dein Rückenmark beeinträchtigen. Bei MS ist die Schutzschicht, die deine Nervenfasern umgibt (Myelin), beschädigt. Dadurch können Teile des Nervensystems Signale nicht mehr richtig übertragen.

Diese Unterbrechung in der Übertragung führt zu einer Reihe von körperlichen und psychischen Symptomen und beeinflusst unsere Gedanken, Bewegungen, Sehwahrnehmung und Gefühle. Die Symptome und der Schweregrad von MS unterscheiden sich stark von Person zu Person und können sich auch mit der Zeit ändern. Das kann die Diagnose von MS in manchen Fällen erschweren.

Aktuell ist die Krankheit nicht heilbar. Es gibt jedoch verschiedene Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten, mit deren Hilfe das Fortschreiten von MS verzögert und die Symptome gelindert werden können.

Weltweit leben ungefähr 2,8 Millionen Menschen mit MS. Frauen erkranken etwa dreimal so häufig wie Männer. Normalerweise wird die Krankheit zwischen 20 und 50 Jahren diagnostiziert. Aber auch bei Kindern und älteren Erwachsenen kann sie auftreten.

Hier erklärt die Multiple Sclerosis Society (Großbritannien), was MS ist.


Formen von MS

Es gibt 4 Formen von MS

Obwohl diese Einteilung nicht unumstritten ist, gibt es generell 4 Formen von MS.

Klinisch isoliertes Syndrom (KIS)

Beim klinisch isolierten Syndrom treten erstmals neurologische Symptome als Folge einer Entzündung oder der Demyelinisierung des zentralen Nervensystems auf (und nicht aufgrund eines Fiebers oder einer Infektion). Die Symptome müssen länger als 24 Stunden andauern, damit man vom KIS spricht. Obwohl diese Symptome typisch für MS sind, bedeutet es nicht zwangsläufig, dass du MS hast.

Bei einigen Menschen sind dies die ersten Anzeichen, die auf MS hindeuten. Bei anderen sind es nur einmalige Symptome. Wenn durch eine Magnetresonanztomografie (MRT) frühere Schäden im Gehirn oder am Rückenmark zu verschiedenen Zeitpunkten festgestellt werden können, kann durch ein KIS Multiple Sklerose diagnostiziert werden.

Lerne mehr über KIS auf der Webseite des Multiple Sclerosis Trust

Schubförmig remittierende MS (RRMS)

RRMS ist die Form, die am häufigsten diagnostiziert wird (bei ungefähr 85 % der Betroffenen). Bei der RRMS treten während einer bestimmten Phase plötzlich sehr starke Symptome auf (diese Phase wird manchmal als „Schub“ bezeichnet). Darauf folgt eine Phase teilweiser oder vollständiger Erholung (Remission).

Es ist schwer vorherzusagen, wann diese Schübe auftreten oder wie heftig deine Symptome sein werden. Während der Erholungsphase können sich alle Symptome zurückbilden. Es kann aber auch zu bleibenden Symptomen kommen. Es treten jedoch keine neuen Symptome auf und dein Zustand verschlechtert sich auch nicht.

Krankheitsmodifizierende Therapien zur Behandlung von RRMS helfen dabei, die Häufigkeit und Auswirkungen deiner Schübe zu reduzieren.

Lerne mehr über RRMS auf der Webseite des Multiple Sclerosis Trust

Sekundär progrediente MS (SPMS)

Wenn bei dir RRMS diagnostiziert wurde, kann sich die Krankheit im Laufe der Zeit verändern. Man spricht von sekundär progredienter MS, wenn du zwar weniger Schübe hast, aber deine Symptome sich verschlimmern.

Es kann sein, dass bei dir SPMS diagnostiziert wird, ohne dass vorher RRMS diagnostiziert wurde. Entweder wurde RRMS nicht bei dir diagnostiziert, weil deine Schübe bis jetzt mild verlaufen sind oder du gar keine Beschwerden hattest. Oder es wurde vorher eine andere Krankheit diagnostiziert, bevor die Diagnose MS festgestellt wurde.

Etwa die Hälfte der Menschen, die an RRMS leiden, entwickeln später SPMS. Über das Fortschreiten der Krankheit wird oft nicht gesprochen. Falls sich deine Symptome verschlimmern, solltest du mit deinem Behandlungsteam darüber sprechen.

Lerne mehr über SPMS auf der Webseite des Multiple Sclerosis Trust

Primär progrediente MS (PPMS)

Bei der primär progredienten MS kommt es zu einer fortschreitenden Verschlechterung deiner Symptome. Typisch ist auch, dass du keine Schübe hast. Diese Form betrifft ungefähr 10 bis 15 % der Menschen mit MS. Es kann sein, dass deine Symptome sich nur zu bestimmten Zeiten verschlimmern. Auch wenn dieser Zustand einem Schub ähnelt, wird er trotzdem als PPMS klassifiziert.

Lerne mehr über PPMS auf der Webseite des Multiple Sclerosis Trust


Viele Begriffe für eine Krankheit

MS ist eine komplizierte Krankheit. Verschiedene Ärzt*innen verwenden manchmal unterschiedliche Begriffe für die Krankheit.

Wenn du nicht alles verstehst, was dir gesagt wird, sage dem Arzt oder der Ärztin, dass er oder sie es noch einmal erklären soll. Du kannst ihn oder sie auch um Informationsmaterial bitten, das du zu Hause in aller Ruhe durchlesen kannst.


Krankheitsverlauf

Über den Krankheitsverlauf bei MS wird häufig nicht gesprochen. Dadurch kann es sich wie ein Tabuthema anfühlen, das du aus Angst lieber nicht ansprechen willst. Um deine Krankheit besser zu verstehen, solltest du jedoch mit deinem Behandlungsteam darüber sprechen. Dadurch fühlst du dich besser informiert und es ist wahrscheinlicher, dass du mit deiner Krankheit zurechtkommst.